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Absprungrate

Illustration: Absprungrate - Besucher verlassen die Seite ohne Aktion

Anteil der Besucher, die eine Seite ohne weitere Aktion verlassen.

Die Absprungrate, englisch Bounce Rate, gibt an, wie viele Besucher deine Website betreten und sie wieder verlassen, ohne eine zweite Seite aufzurufen oder eine messbare Aktion auszulösen. Sie wird als Prozentsatz angegeben und galt lange als grober Hinweis darauf, ob eine Seite die Erwartungen der Besucher erfüllt. Eine hohe Absprungrate ist allerdings nicht automatisch schlecht, denn der Kontext entscheidet. Richtig interpretiert hilft sie, Schwachstellen in Inhalt, Ladezeit oder Nutzerführung aufzuspüren.

Illustration: Besucher verlässt die Seite nach kurzer Zeit

Was die Absprungrate aussagt

Die Absprungrate misst den Anteil der Sitzungen, bei denen ein Besucher genau eine Seite ansieht und dann wieder geht, ohne zu klicken, zu scrollen bis zu einem Ziel oder eine weitere Seite zu öffnen. Liegt die Absprungrate bei 70 Prozent, heißt das: Sieben von zehn Besuchern verlassen die Seite ohne weitere Interaktion. Auf den ersten Blick wirkt eine hohe Zahl wie ein schlechtes Zeichen, doch so einfach ist es nicht. Bei einem Blogartikel, der eine Frage vollständig beantwortet, ist es völlig normal, dass Leser zufrieden wieder gehen - der Absprung ist hier kein Misserfolg, sondern Ausdruck eines erfüllten Bedürfnisses. Auf einer Produktseite dagegen, die zum Kauf führen soll, ist eine hohe Absprungrate ein Warnsignal. Die Kennzahl ist also nur im Zusammenhang mit dem Ziel der jeweiligen Seite zu verstehen.

Illustration: Ladezeit und Technik als Ursache für Absprünge

Warum hohe Absprungraten entstehen

Hinter einer auffällig hohen Absprungrate stecken oft handfeste Ursachen. Ein Klassiker ist die langsame Ladezeit: Wenn eine Seite nach wenigen Sekunden noch nicht steht, springen viele Besucher ab, bevor sie überhaupt etwas gesehen haben - hier helfen gute Core Web Vitals. Ein zweiter häufiger Grund ist eine nicht erfüllte Erwartung: Wer auf eine Anzeige für günstige Laufschuhe klickt und auf einer allgemeinen Startseite landet, ist enttäuscht und geht. Auch unübersichtliches Design, aufdringliche Pop-ups, schlechte Lesbarkeit auf dem Smartphone oder Inhalte, die nicht zur Suchanfrage passen, treiben die Rate nach oben. Manchmal liegt es schlicht am falschen Traffic - kommen Besucher über irreführende Versprechen, springen sie zu Recht ab. Die Kunst besteht darin, echte Probleme von normalem Nutzerverhalten zu unterscheiden, statt jede hohe Zahl blind zu bekämpfen.

Illustration: Absprungrate richtig interpretieren

Absprungrate richtig interpretieren

Eine Absprungrate ist nur dann nützlich, wenn du sie im richtigen Kontext liest. Vergleiche Seiten nie pauschal miteinander, sondern nach ihrer Funktion: Landingpages, Blogartikel und Kontaktseiten haben naturgemäß sehr unterschiedliche Werte. Achte außerdem auf den Kanal, denn Besucher aus bezahlter Werbung verhalten sich anders als treue Stammleser. Wichtig ist auch die Verbindung zur Conversion-Rate: Eine Seite mit hoher Absprungrate, aber guter Conversion kann völlig in Ordnung sein, während eine niedrige Absprungrate ohne jede Conversion wenig wert ist. Neuere Analytics-Tools setzen deshalb verstärkt auf das Engagement, also ob Besucher eine bestimmte Zeit bleiben oder aktiv interagieren, statt nur auf den reinen Absprung. Behandle die Absprungrate als Diagnose-Hinweis, der zum Hinsehen einlädt, nicht als Note, die über Erfolg oder Misserfolg entscheidet.

Illustration: So senkst du eine zu hohe Absprungrate

So senkst du eine zu hohe Absprungrate

Wenn eine Seite tatsächlich zu früh verlassen wird, gibt es bewährte Hebel. Beschleunige zuerst die Ladezeit, denn schnelle Seiten halten Besucher deutlich besser. Sorge dann dafür, dass die Seite genau das liefert, was der Besucher erwartet hat - die Botschaft der Anzeige oder des Suchergebnisses muss sich oben auf der Seite sofort wiederfinden. Mache den nächsten Schritt klar erkennbar mit einem deutlichen Button und einer eindeutigen Handlungsaufforderung. Verbessere die Lesbarkeit, gliedere Texte in Abschnitte und stelle sicher, dass alles auf dem Smartphone gut funktioniert, weil dort der Großteil des Traffics ankommt. Interne Verlinkungen zu passenden Inhalten geben Besuchern einen Grund weiterzuklicken. Teste Änderungen am besten gegeneinander, statt sie nur zu vermuten - so erkennst du, was die Absprungrate wirklich senkt und was nur gut klingt.

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