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Agenturvertrag: Worauf du bei Laufzeit, Kündigung und Preisen achten solltest

Ein Agenturvertrag entscheidet oft mehr über deinen Erfolg als das schöne Pitch-Deck davor. Wer hier unterschreibt, ohne Laufzeit, Kündigung und Preismodell genau zu lesen, bindet sich schnell ein Jahr oder länger an Leistungen, die nicht passen. In diesem Ratgeber zeigen wir dir Punkt für Punkt, worauf du achten solltest, bevor du den Vertrag mit einer Marketing-, Werbe- oder SEO-Agentur unterschreibst.

Was ein Agenturvertrag überhaupt regelt

Ein Agenturvertrag ist die schriftliche Grundlage für die Zusammenarbeit zwischen dir und einer Agentur. Er legt fest, welche Leistungen erbracht werden (Leistungsbeschreibung), wie lange die Zusammenarbeit läuft, was sie kostet und wie ihr euch im Streitfall trennen könnt. Rechtlich handelt es sich meist um einen Dienstvertrag (Agentur schuldet ein Bemühen, etwa laufende Betreuung) oder einen Werkvertrag (Agentur schuldet ein konkretes Ergebnis, etwa eine fertige Website). Der Unterschied ist wichtig: Beim Werkvertrag kannst du auf ein abnahmefähiges Ergebnis bestehen, beim Dienstvertrag nicht. Achte darauf, dass im Vertrag klar steht, was genau geliefert wird, in welcher Menge und Qualität, sonst gibt es später Streit über den Umfang.

Laufzeit: kurz starten statt lang binden

Die Laufzeit ist der häufigste Stolperstein. Viele Agenturen schlagen Mindestlaufzeiten von 12 oder 24 Monaten vor, oft mit automatischer Verlängerung. Für dich ist das riskant, solange du die Agentur noch nicht erprobt hast. Besser ist ein kurzer Einstieg: ein Testprojekt oder eine Laufzeit von drei bis sechs Monaten, danach monatlich kündbar. Wenn eine längere Bindung gewünscht ist, sollte sie sich für dich rechnen, etwa durch einen spürbaren Rabatt oder garantierte Leistungen. Prüfe außerdem die Verlängerungsklausel: Eine stillschweigende Verlängerung um jeweils 12 Monate ist deutlich ungünstiger als eine Verlängerung um jeweils einen Monat. Seit 2022 dürfen Verbraucherverträge sich nur noch monatlich verlängern, bei Verträgen zwischen Unternehmen gilt das aber nicht automatisch.

Kündigung: Fristen, Form und Sonderkündigung

Bei der Kündigung zählen drei Dinge: Frist, Form und Ausstiegsmöglichkeiten. Eine faire Kündigungsfrist liegt bei laufender Betreuung zwischen vier Wochen und drei Monaten zum Monats- oder Quartalsende. Frische Vorsicht ist geboten, wenn die Frist sechs Monate beträgt oder nur zum Jahresende gekündigt werden kann, dann steckst du im Zweifel über ein Jahr fest. Achte auf die Schriftform: Steht im Vertrag, dass eine Kündigung per E-Mail nicht reicht, musst du per Brief kündigen. Wichtig ist auch das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund, etwa bei wiederholt mangelhafter Leistung. Dieses Recht lässt sich vertraglich nicht komplett ausschließen, sollte aber zur Klarheit ausdrücklich genannt sein.

Preise und Abrechnungsmodelle verstehen

Agenturen rechnen sehr unterschiedlich ab, und genau hier entscheidet sich, ob du den Preis vergleichen kannst. Üblich sind Stundensätze (in Deutschland oft 80 bis 180 Euro netto, bei Spezialisten auch darüber), Tagessätze (rund 800 bis 1.500 Euro) oder monatliche Pauschalen, sogenannte Retainer. Ein Retainer für laufendes Social-Media- oder SEO-Marketing liegt je nach Umfang oft zwischen 1.000 und 5.000 Euro im Monat. Achte darauf, was im Preis enthalten ist und was extra kostet: Mediabudget (etwa Google- oder Meta-Ads), Tools, Lizenzen und Reisekosten werden häufig zusätzlich berechnet. Lass dir aufschlüsseln, wie viele Stunden oder Leistungen im Retainer stecken und was passiert, wenn du sie nicht ausschöpfst oder überziehst. Eine transparente Leistungsmatrix schützt dich vor bösen Überraschungen auf der Rechnung.

Versteckte Klauseln, auf die du achten solltest

Im Kleingedruckten lauern die Punkte, die später teuer werden. Prüfe die Nutzungsrechte: Gehören dir nach Zahlung alle erstellten Inhalte, Designs und Accounts, oder behält die Agentur Rechte zurück? Gerade bei Websites, Logos und Werbeanzeigen solltest du dir die vollständige Übertragung der Nutzungsrechte zusichern lassen. Achte auf Exklusivitätsklauseln, die dir verbieten, parallel mit anderen Dienstleistern zu arbeiten. Heikel sind auch Mehrkostenregelungen, die Zusatzaufwand automatisch erlauben, ohne dass du vorher zustimmst, vereinbare hier eine Freigabegrenze. Wichtig ist zudem eine saubere Regelung zur Datenübergabe am Ende: Du solltest Zugriff auf deine Werbekonten, Analytics-Daten und Zugangsdaten behalten. Und prüfe die Haftung sowie eine Vertraulichkeitsvereinbarung, falls die Agentur sensible Daten verarbeitet.

Vor der Unterschrift: vergleichen und nachverhandeln

Ein Vertrag ist verhandelbar, auch wenn er als Standard präsentiert wird. Hol dir vor der Unterschrift mindestens zwei bis drei Angebote ein und stelle sie nebeneinander: gleiche Leistung, gleiche Laufzeit, gleiche Annahmen. So erkennst du, ob ein Preis marktüblich ist und welche Bedingungen wirklich fair sind. Markiere die Punkte, die dir nicht passen, kurze Laufzeit, klare Kündigung, transparente Preise, und sprich sie aktiv an. Seriöse Agenturen reagieren darauf konstruktiv. Wer auf jede Frage abwehrend wird, zeigt dir schon vor Vertragsbeginn, wie die Zusammenarbeit laufen wird. Nutze einen neutralen Vergleich, um Agenturen anhand von Leistung, Bewertungen und Konditionen gegenüberzustellen, bevor du dich bindest.

Häufige Fragen

Für den Start ist eine kurze Laufzeit von drei bis sechs Monaten ideal, danach am besten monatlich kündbar. So kannst du die Agentur erproben, ohne dich lange zu binden. Längere Mindestlaufzeiten von 12 oder 24 Monaten lohnen sich nur, wenn du dafür einen klaren Rabatt oder garantierte Leistungen bekommst und die Agentur bereits bewährt ist.

Bei laufender Betreuung sind vier Wochen bis drei Monate zum Monats- oder Quartalsende üblich und fair. Fristen von sechs Monaten oder eine Kündigung nur zum Jahresende sind ungünstig, weil du dann lange gebunden bleibst. Achte zusätzlich auf die vorgeschriebene Form, manche Verträge verlangen eine schriftliche Kündigung per Brief.

Das hängt stark vom Umfang ab. Stundensätze liegen in Deutschland oft bei 80 bis 180 Euro netto, monatliche Pauschalen (Retainer) für laufendes Marketing meist zwischen 1.000 und 5.000 Euro. Wichtig ist, dass du klärst, welche Leistungen enthalten sind und ob Mediabudget, Tools und Lizenzen extra berechnet werden.

Nur, wenn der Vertrag die Nutzungsrechte ausdrücklich vollständig auf dich überträgt, in der Regel nach vollständiger Bezahlung. Ohne klare Regelung kann die Agentur Rechte an Designs, Texten oder Code zurückbehalten. Lass dir bei Websites, Logos und Werbeanzeigen die umfassende Übertragung der Nutzungsrechte schriftlich zusichern und kläre auch die Herausgabe deiner Werbekonten und Zugangsdaten.

Eine ordentliche Kündigung ist meist erst zum Ende der vereinbarten Laufzeit oder Frist möglich. Bei wiederholt mangelhafter Leistung oder schweren Vertragsverstößen hast du jedoch ein Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund, das sich vertraglich nicht völlig ausschließen lässt. Dokumentiere die Mängel und setze der Agentur in der Regel vorher eine Frist zur Nachbesserung.

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